Arbeiten im Camper-Urlaub

Szene: Ich sitze gerade im Camper und hatte die spontane Idee zu diesem Blog-Eintrag. Fairerweise liegt sie auch mehr als auf der Hand. Meine beiden Begleitungen machen sich fertig, um noch ein letztes Mal hier am Bunec Beach ins Meer zu hüpfen, ich kümmere mich dann um’s Frühstück.

Ich glaube es gibt für mich zwei unterschiedliche Blickwinkel, die mir mein Urteil über das Arbeiten im Camper-Urlaub erlauben.

Nummer 1 ist Arbeiten in den Gegebenheiten des Camper-Urlaubs.
Da kann ich sagen: machbar. Die einzige Hürde ist wohl die Internetverbindung, in unserem Fall vor allem in Montenegro und Albanien. Das kann am Anbieter liegen, den wir für die mobilen Daten ausgewählt haben, aber auch das Wifi des ein oder anderen Campingplatzes war so semi. Es sind auch einfach Campingplätze, keine Co-Working-Spaces.
Dadurch, dass ich täglich auf Social Media hochlade (Instagram, mittlerweile auch TikTok yay), hatte ich auch jeden Tag den “Check-In” wie die Internetsituation gerade so ist. In den meisten Fällen kein Problem, aber an diesem einen Spot bei Tirana habe ich eben eine Stunde gewartet bis mein Post hochgeladen hat (:
Die andere Situation, dieses Mal in Tirana, war Chaos. Ich hatte einen Call, der erste von einer geplanten Serie von drei Strategieberatungscalls. Ich brauchte gutes Internet. Also haben wir den Tag einen Trip in die Hauptstadt Albaniens geplant. Ich hatte zuvor einen Parkplatz herausgesucht, der auch anfahrbar war mit unserem 3,10m hohen Camper, sowie ein Café, zu dem es in den Bewertungen hieß, dass Arbeiten dort zum einen erlaubt, zum anderen super möglich ist, weil das Internet sehr schnell sei.
Ich sag mal so: Letzteres hat sich bewahrheitet, der Call lief sehr gut, alles wunderbar. Aber die Parkplatzsituation? Aua. Wir wurden von Google Maps zur falschen Einfahrt geführt, es war super eng, vor uns ein gerade beendeter Feuerwehreinsatz, Autos am Rand geparkt wie wild. Das hatten selbst wir nicht in unseren zeitlichen Puffer eingeplant. Zu meinem Glück bin ich nicht gefahren, aber war trotzdem mit gestresst.
Ich glaube, dieses Erlebnis (wenn man das so nennen will), lässt sich so halb in die Gegebenheiten einbauen. Auf die Café-Idee hätten wir auch unabhängig davon kommen können, aber natürlich auch nur im Zusammenhang mit dem Call bedingt durch das schlechte Internet am Camp.

Damit zur Nummer 2: Arbeiten im Urlaub-Urlaub:
Die knapp drei Woche in dem gemieteten Camper waren und sind nicht als workation gedacht. Es ist Urlaub. Mein Partner hat Urlaub, meine Freundin, die für eine Woche dabei ist, hat Urlaub. Und ich habe mir auf die Fahne geschrieben, jeden Tag auf Social Media im Rahmen meines Unternehmens zu posten. Also ganz ohne Arbeiten geht einfach nicht.
Wahrscheinlich spielt doch auch hier die Art des Urlaubs mit rein. Zum Beispiel kann ich nicht Arbeiten während wir Serpentinen fahren, da muss ich mich so schon konzentrieren, dass mir nicht übel wird. Allgemein liegt es logischerweise an mir, mir Zeiträume einzubauen, in denen ich täglich arbeite. Das hat meistens gut, manchmal weniger gut geklappt. Wobei ich am Ende sagen muss: Geklappt im Sinne von ich habe etwas hochgeladen und auch nicht nur irgendetwas, sondern inklusive Thema/ Substanz/ you name it, hat es immer.
Vom “Stress” her verhält es sich dann auch einfach wie zuhause. Wenn ich schon weiß, was ich an dem Tag hochladen will, besser noch, schon alles fertig habe, kann ich super abschalten. Wenn nicht, kann ich auch abschalten, aber nur bis zu einer gewissen Uhrzeit, ich schätze jetzt mal 18 Uhr. Wenn bis da noch nichts fix ist, gehe ich in den Tunnel und komme erst wieder raus, wenn auf beiden Plattformen etwas oben ist.

So viel dazu, ich mache jetzt Frühstück.

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Wie ich über meinen Networking-Schatten gesprungen bin: