“small businesses are run by real people who actually give a sh*t about you”

Den Satz habe ich heute auf Instagram gelesen, im klassischen “butter yellow” geschrieben, auf einem Bild, das nach einer echten Momentaufnahme aussieht. (Dazu habe ich auch einen Beitrag gesehen, aber darum soll es jetzt nicht gehen.)

Ich habe mich so abgeholt gefühlt, auch weil ich gestern mit meiner besten Freundin über das Thema angestellt vs. selbstständig sein gesprochen habe.

Wie Gespräche mit der besten Freundin so sind, haben wir einige Blickwinkel und Aspekte abgedeckt. Zwei möchte ich hier genauer beleuchten. Die zwei, die meiner Meinung nach mitunter Gründe dafür sind, warum der Einleitungssatz überhaupt zutrifft.

1 Entscheidungsmacht und -willen

Beispiel: Als angestellte Person im Großkonzern ist man eine von x. Dienst nach Vorschrift zu machen ist das, was erwartet wird. Je nach Unternehmen werden Extrameilen belohnt oder eben auch nicht. Mindestens bis zu nächsten Gehaltsverhandlung gilt: Wer sich reinstresst, bekommt das gleiche Gehalt wie diejenigen, die das nicht tun.
Ich war im Angestelltenverhältnis Kandidatin Nummer eins. Ich habe entsprechende Ergebnisse erzielt, hatte eher das Thema, das ich diese nie als gut genug angesehen habe. Ich wurde aber auch einfach limitiert. Auf Unternehmensentscheidungen haben nur die von ganz oben Einfluss. Leute im mittleren Management müssen von oben nach unten und andersherum vermitteln. Die “unten” können gut gemeinte Vorschläge abgeben, mehr aber auch nicht. Und das sind die Punkte, so meinen meine Bestie und ich, an denen Personen, die nicht “nur” Dienst nach Fortschritt machen wollen und können, an ihre Grenzen kommen.
Zu wissen, dass man so viel mehr bewegen könnte, wenn dies und das nicht über den eigenen Kopf hinweg entschieden worden wäre. Dann sucht man sich Verantwortungsbereiche, hängt voll drin, nimmt sich im schlimmsten Fall die beruflichen Erfolge so zu Herzen, dass sie viel zu viel Raum einnehmen, parallel wird die Arbeit nicht wertgeschätzt und dann … Macht man sich selbstständig :)

2 Entfaltung (Stichwort Potenzial)

Erstmal nebenher, vielleicht für immer nebenher, vielleicht irgendwann hauptberuflich. Irgendwo gilt es, etwas zu tun, was nicht von Leitplanken anderer abhängt.
Mein Freund hat mir mal gesagt, dass mein Potenzial im Angestelltenverhältnis nicht ausgeschöpft wird. Er hatte verdammt nochmal Recht.
Jetzt rutschen wir mal ins “Du” und “ich”: Du triffst Deine eigenen Entscheidungen. Klar, es gibt andere Herausforderungen: Krankenkassen, Steuern, Existenzängste. Du darfst erstmal damit klarkommen, nicht jeden Monat den gleichen Betrag auf Dein Konto überwiesen zu bekommen. Wenn Du alleine gründest, kann sich das einsam anfühlen. Aber für all das gibt es Lösungen (Steuerberatung, Networking Events). Ich glaube, Menschen, die diesen Drang haben, die gerne verantwortlich sind (aber eben bitte nicht für die Fehler, die andere “über dir” zu verantworten hätten), die sind Selbstständige.
Da spielen natürlich noch viele Faktoren rein. So wie nicht alle Finger Daumen sind, sind nicht alle die so ticken, selbstständig. Aber jeder Daumen ist eben ein Finger. Du verstehst, worauf ich hinaus möchte.

Wir, die Selbstständigen, give a sh*t about you!

Was ich mit meiner Tätigkeit erreichen will, sind zum einen meine persönlichen Ziele, zum anderen, dass meine Kundschaft happy ist und das ich alles dafür tun kann, dass ich mit offenen Karten spielen kann. Das ist mein Anspruch an mich selbst, an meine Arbeit. Das war auch schon immer mein Anspruch. Ich habe für mich gemerkt, dass ich den eben nur dann ausleben kann, wenn ich meine eigene Chefin bin.

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